Falken fordern:
Kinderrechtskonvention
in Deutschland endlich
uneingeschränkt umsetzen!
Der 4. April 09 wäre eigentlich der Stichtag
für die Vorlage des deutschen Berichtes
zur Umsetzung der KINDERRECHTE gewesen.
Duisburg:
"Seit
annährend 20 Jahren gilt die UN-Kinderrechts
Konvention. Immer noch erhebt
die Bundesrepublik Vorbehalte. Immer noch sind Kinderrecht nicht im
Grundgesetz verankert. Und jetzt kommt die Bundesregierung ihrer
Berichtspflicht nicht nach!" Manuela Bäumges, Vorsitzende der
Duisburger Falken ist empört. "Am Thema Kinderrechte haben sich
bereits drei oder vier Generationen unserer Mitglieder abgearbeitet: Kinder, Jugendliche und
Erwachsene.",
klagt auch Falkensekretär Frank Witzke.

Zum Stichtag des Vorlagetermins veröffentlichen die
Falken eine DVD auf der Kinder zur Umsetzung von Kinderrechten selbst zu
Wort kommen. Im letzten Pfingstcamp waren Kinderrechte Thema. Mit dabei
waren auch mehr
als 70 Falken aus Duisburg.
Aber auch sonst sind die Rechte der Kinder regelmäßig Thema für die
Duisburger Falken.
Auf dem
Harry-Epstein-Platz stellen die Falken am 4. April in der Zeit von 10 bis 14
Uhr ihren Beitrag zum "Schattenbericht" zur Umsetzung der
Kinderrechte vor.
Auch
der
Deutsche Bundesjugendring kritisiert:
Bundesregierung
versäumt
Bericht zu den UN-Kinderrechten.
>weiterlesen<
Hintergrund:
Pflicht
zum Bericht: Mit
der Ratifikation der UN-Kinderrechtskonvention verpflichten sich die
Unterzeichnerstaaten, die Kinderrechte umzusetzen und regelmäßig dem
UN-Ausschuss über die Umsetzung zu berichten. Die Bundesregierung hätte am
4. April den zusammengelegten 3.und 4.Bericht halten müssen. Doch davon ist
weit und breit noch nichts zu sehen. Nach der Abgabe des Staatenberichtes
haben Nichtregierungsorganisationen sechs Monate Zeit, einen begleitenden
sogenannten Schattenbericht zu verfassen, der i.d.R. etwas kritischer
ausfällt als der Staatenbericht.
Die
Rechte der Kinder:
der Text der
Konvention
Seite
des BMFSFJ
zur Kinderrechtskonvention,
einschl. des 2. Staatenberichtes und weiteren Hintergrundmaterials.
Die
Rechte der Kinder von logo! einfach erklärt.
Diesen Text gibt es auch in türkischer und
russischer Sprache.
Kinder ernst
nehmen
fängt
beim Bericht an:
Die Falken fragen: Warum liegt er noch nicht vor?
Wir haben uns
deswegen schon mal selber mit dem
„Stand der Umsetzung der Kinderrechtskonvention in
Deutschland“ beschäftigt. 
Dafür haben über 1.200 Kinder und Jugendliche
im KinderrechteCamp 2008 den Stand der Umsetzung der Kinderrechtskonvention
in Deutschland überprüft. In über 70 Workshops haben sie drei Tage im
Rahmen einer Zukunftswerkstatt gemeckert und Forderungen entwickelt, wie ein
kindgerechtes Deutschland aussieht. Ihre Meinungen haben sie in
vielfältiger Art und Weise ausgedrückt.
Alle diese Ergebnisse sind auf
einer DVD zusammengetragen, die zum 4. April, dem offiziellen Abgabetermin
des Staatenberichts der Öffentlichkeit und dem UN-Ausschuss übergeben ist.
Stellvertretend
für jeden Lebensbereich!
Und stellvertretend für viele, viele junge Menschen!
Die gesamte DVD mit
allen Informationen und mit vielen Ideen zum selbst aktiv werden ist bei uns
nicht nur anzusehen sondern auch erhältlich. Ihre Erstellung wurde
gefördert im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für ein kindgerechtes
Deutschland aus Mitteln des Kinder- und
Jugendplans des Bundes.
Als
Mitglied der ‚National Coalition für die Umsetzung der
UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland’ (NC)
wirken die SJD
– Die Falken an der Entstehung des Schattenberichtes mit, der den
Staatenbericht begleitet.

aus unserem Bericht:
„Eigentlich
sind wir doch auf gleicher Augenhöhe!“
Mehr
Respekt gegenüber Kindern und Jugendlichen!
Im
Lebensbereich Politik haben die Kinder und Jugendlichen geäußert, dass sie
sich sehr wohl für viele, vermeintlich »uninteressante«, Themen
interessieren. Deshalb fordern sie mehr kind- und jugendgerechte
Informationsquellen sowie mehr Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Vgl.: Artikel 12, 13 und
17 der UN-Kinderrechtskonvention
Kinder und
Jugendliche wollen nicht gefragt werden, nur damit Kinder und Jugendliche
auch zu Wort gekommen sind. Sie wollen ernstgemeinte Beteiligung und sie
wollen greifbare Konsequenzen dieser Beteiligung. Wer Beteiligung nicht
kennt, kommt nur schwer mit ihr zurecht. Kinder und Jugendliche haben das
Recht auf Partizipation von klein auf und in allen Lebensbereichen. Diese
Beteiligung gilt es gemeinsam auszugestalten und selbstverständlich
alltäglich zu leben.
„Mit
einer Erfindung berühmt werden,
die Müll einfach in Nix auflöst!“
Die Umwelt
schützen!
Im Lebensbereich
Umwelt kritisieren Kinder und Jugendlichen, dass es zu wenig
Grünflächen gibt, auf denen sie spielen dürfen. Denn auf der großen
grünen Wiese vor dem Haus steht dann auch meistens ein großes Schild auf
dem steht „Ballspielen verboten!“ Und immer wieder heißt es, Vorrang
für dreckige und laute Autos. Nicht zuletzt stinkt es ihnen, dass Menschen,
die rauchen, auch Kinder und Jugendliche gefährden, die einfach nur dabei
stehen oder mit den Menschen zusammenleben.

Wenn alle
Fahrrad fahren würden, wäre die Luft sauberer und die Menschen gesünder
und besser für das Klima ist es ohnehin. Und damit viele Menschen mit der
Bahn fahren, soll sie nichts kosten und mit erneuerbaren Energien betrieben
werden. Kinder und Jugendliche wünschen sich eine Welt ohne Müll, in der
die Menschen auf die Umwelt achten und sie schützen! Sie wünschen sich
eine Welt, in der viel mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren und in der die
Straßen und Grünflächen (eher) zum Spielen da sind (als für die Autos!).
Vgl.:
Artikel 3, 6 und 24 der UN-Kinderrechtskonvention
„Jedes
Kind soll ein zu Hause haben!“
Mehr Zeit in
der Familie!
Im Lebensbereich
Familie kritisieren Kinder und Jugendliche, dass zu wenig gemeinsame
Zeit für Familie bleibt. Auch lässt die Gleichberechtigung sowohl zwischen
Eltern und Kindern als auch unter den Geschwistern oftmals zu wünschen
übrig. Insgesamt nehmen Kinder und Jugendliche auch deutlich wahr, dass
großer Druck und hohe Ansprüche auf ihnen lasten.
Aus dieser Wahrnehmung
resultiert auch die Forderung der Kinder und Jugendlichen nach Freiraum und
Freizeit, die selbstbestimmt genutzt und gestaltet werden können und die
Ablehnung von Leistungsdruck, Konkurrenz und Schulstress. Und der Wunsch
nach Zeit in der Familie, um etwa einfach mal gemeinsam eine Fahrradtour zu
unternehmen!
Vgl.
bspw.: Artikel 3, 7, 12, 31, 32 der UN-Kinderrechtskonvention
Eine armutsfeste
Existenzsicherung für Kinder und Jugendliche könnte den Druck mindern und
bestmögliche Entfaltung und Entwicklung fördern. Sie wäre ein Beitrag
dafür, den Teufelskreis der vererbten Armut zu durchbrechen und würde
wirkliche politische und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
„Die
Kinderrechte sollen die Schule gestalten!“
Ausgewogenes
Verhältnis zwischen Bildung und Freizeit
Im Lebensbereich
Schule betonen die Kinder und Jugendlichen, dass oftmals die schulischen
Räumlichkeiten eine schlechte Lernatmosphäre schaffen und so erfolgreiches
Lernen erschweren. Sie spüren, dass großer Druck auf ihnen lastet und sie
schon früh mit Konkurrenz und Leistungsdruck konfrontiert, um sich
bestmöglich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können.
In der Schule
wollen Kinder und Jugendliche bei Unterrichtsinhalten und Methoden ebenso
mitentscheiden wie bei der Umsetzung der strukturellen und materiellen
Gestaltungsspielräume. Das gilt besonders für das Verhältnis zu den
Lehrenden und die Gestaltung der eigenen Bildungsbiografie. Über ihr
Lerntempo wollen sie ebenso mitreden wie bei der Frage, wie sie lernen –
ob im Klassenverband oder in Kleingruppen. Kinder und Jugendliche wollen
lernen – aber sie erwarten dafür ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
Lernen und Freizeit! Und sie wünschen sie sich z.B. eine Pausen-Lounge, in
der sich SchülerInnen und LehrerInnen auf Augenhöhe und abseits der
alltäglichen Rollenmuster begegnen und persönlich kennen lernen können.
Vgl.
bspw.: Artikel 3, 12, 13, 28, 29 und 31 der UN-Kinderrechtskonvention
„Mehr
Platz für Kinder!“
Freiraum für
Kinder und Jugendliche!
Im Lebensbereich
Freizeit kritisieren Kinder und Jugendlichen, dass sie zu wenig Freiraum
haben um selbstbestimmt die Zeit zu verbringen. Sie haben das Bedürfnis
nach mehr Zeit und einer anderen Zeitgestaltung. Außerdem sind viele
Freizeitangebote zu teuer und das schränkt die Beteiligungsmöglichkeiten
ein. Dieser fehlende Freiraum schränkt die kinderrechtlich garantierte
(bestmögliche) Entwicklung der jungen Menschen erheblich ein.
Kinder und
Jugendliche brauchen Zeit und Raum, sich zu entwickeln und auszuprobieren.
Sie sollen ihre Umgebung erforschen können. Es gehört zum Kind sein dazu,
sich kreativ mit der Umgebung auseinander zu setzen, den Raum selber
gestalten zu können und damit seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Gerade
in Städten sind aber viele Räume bereits verplant oder unzugänglich für
Kinder und Jugendliche. Der Bau eines Parkhauses in einem dicht bebauten
Stadtteil, auf der einzigen Grünfläche, wo Kinder ihren Freiraum haben,
ist nicht im Interesse der Kinder. Dies müssen die Verantwortlichen
akzeptieren.
Vgl.
bspw.: Artikel 3 und 31der UN-Kinderrechtskonvention
Knapp
vorbei ist auch daneben!
Der Countdown ist abgelaufen:
Die Regierung hinkt hinterher!
Der
Staatenbericht "zum Stand der Umsetzung der Kinderrechtskonvention in
Deutschland" wäre am 4. April 2009 fällig gewesen. Der Staatenbericht
liegt nicht vor, aber Kinder und Jugendliche veröffentlichen ihren Beitrag
zum begleitenden Bericht, dem sogenannten
Schattenbericht an den UN-Ausschuss!
Als
Mitglied der National Coalition für die Umsetzung der Kinderrechte in
Deutschland wirkt die SJD – Die Falken an der Entstehung des
Schattenberichtes mit. Der
Kinder- und Jugendverband hat Kritik und Forderungen von Kindern und Jugendlichen
zum am Stand der Umsetzung
der Kinderrechtskonvention in Deutschland
gesammelt und zusammen gefasst.
Pünktlich
zum Abgabetermin für den 3./4. Staatenbericht präsentierten die Falken DVD
„Hand in Hand
für Kinderrechte“,
die sämtliche Kritiken und Forderungen umfasst, die im Rahmen des
KinderrechteCamps formuliert wurden. Über 1.200 Kinder und Jugendliche
haben in über 70 Workshops die Umsetzung
der Kinderrechtskonvention in Deutschland überprüft.
„Kinder und
Jugendliche sind Experten in eigener Sache!“
sagt Barbara Klatzek, stellvertretende Bundesvorsitzende der SJD – Die
Falken. „Sie nehmen sehr genau wahr,
was sie stört. Und sie haben auch sehr konkrete Vorstellungen davon, wie es
besser wäre.“
Im Rahmen
der Pressekonferenz der National Coalition betonte Ekin Deligöz,
Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, wie wichtig es
für die Entstehung des Staatenberichtes ist, dass die Kinder selbst zu Wort
kommen. Die DVD „Hand in Hand für Kinderrechte“ trägt die Aussagen der
Kinder und Jugendlichen zusammen. In einem multimedialen Teil sind die
Inhalte kindgerecht dargestellt während in einem umfangreichen pdf die
Aussagen ‚erwachsenengerecht’ im
Fließtext formuliert sind.
„Die
Forderungen der jungen Menschen sind keine Luftschlösser!“
fasst Sven Frye, Bundesvorsitzender der SJD – Die Falken die Vorstellungen
der Kinder und Jugendlichen zusammen. „In
den meisten Fällen sind sie sogar bereits Bestandteil des KJHG. Wichtig ist
nun die konsequente und umfassende Auslegung des Gesetzestextes und eine
engagierte Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention!“
weitere Informationen
der Falken zum Thema:
gemeinsame
Medieninformation
des Landesverbandes NRW der SJD - Die Falken
und der Juso NRW
>download im Format pdf<
Informationen
des
Bundesverbandes der SJD - Die Falken:
>Schattenbericht
2009: Bericht zur Pflicht!<
Homepage des
Bundesverbandes der SJD - Die Falken,
u.a. mit Medieninformationen zum Thema

Auch der 
fordert:
Kinderrechte ins
Grundgesetz!
Auch
der Jugendring der Stadt Duisburg unterstützt die Forderung nach Verankerung
von Kinderrechten im Grundgesetz. Die Duisburger Falkenvorsitzende Manuela Bäumges,
freute die breite Unterstützung
des "Aktionsbündnis
Kinderrechte" durch die Duisburger Jugendverbände besonders. Immerhin setzen sich die Falken
seit Jahren ein, für die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention
in der Bundesrepublik. "Die UN-Konvention feierte im letzten Jahr ihren 19. Geburtstag.
Seit
'92 hat Deutschland die Konvention unterzeichnet. Und noch immer gibt es
keine Anbindung im Grundgesetz." Die Idee, Kinderrechte im
Grundgesetz zu verankern, erfährt durchaus breite Unterstützung.
Trotzdem konnte sich der Bundesrat im September, nur wenige Tage vor
dem Weltkindertag, nicht zur Befürwortung durchringen. Doch das lässt
Bäumges nicht verzagen: "Wenn sich in der Politik keine ernst
gemeinte mehrheitliche Lobby für die Rechte der Kinder findet, dann müssen
wir in den Jugendverbänden uns eben alle umso mehr für die Rechte
von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Zusammen sind wir einfach viele
und nicht allein - das macht Mut und auch Hoffnung!"
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